Der Goldstandard für Startup-Exits sind nach wie vor Börsengänge und M&A-Deals. Web3-Gründer haben jetzt Alternativen, die vor einigen Jahren noch nicht einmal denkbar waren. Die Daten von Crunchbase sind sehr aussagekräftig: Das M&A-Volumen im ersten Halbjahr 2025 übersteigt 100 Milliarden Dollar und ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 155 Prozent gestiegen.
Zugleich machen KI- und Web3-Projekte 22 Prozent aller Finanzierungsrunden aus. Was heißt das genau? Heutzutage ist es für Gründer wichtig, ihre Exit-Optionen von Anfang an umfassender zu planen.
Erweiterter Spielraum durch neue Regulierung
Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind jetzt entspannter. In den USA gibt es einen Crypto-Beauftragten, und es werden staatliche Krypto-Reserven diskutiert. Zunächst klingt das abstrakt, doch es hat unmittelbare Auswirkungen: Die großen Akteure wagen sich jetzt heran.
Web3 wurde von institutionellen Investoren zunächst ignoriert, doch jetzt suchen sie gezielt nach Übernahmezielen.
Helio, ein Blockchain-Zahlungsanbieter, wurde für 175 Millionen Dollar von MoonPay übernommen. Chainalysis erwarb Alterya für 150 Millionen. Beide hatten zuvor kaum Venture-Kapital von unter 10 Millionen Dollar eingesammelt.
Trotz allem dreistellige Exit-Bewertungen. Das illustriert, wie hoch die Multiples in diesem Segment inzwischen sind.
Token als strategisches Instrument
Tokenisierung ist ein Begriff, der oft missverstanden wird. Es ist nicht das Ziel, schnell Geld zu sammeln und dann darauf zu hoffen, dass alles klappt. Token werden von erfolgreichen Web3-Startups strategisch eingesetzt - als Liquiditätshebel für die Zukunft.
Plattformen wie Marsbase ermöglichen den Handel von illiquiden Assets: SAFTs, SAFEs und gesperrte Token. Dort sind es 1,8 Milliarden Dollar. 70 Prozent der Deals laufen Over-the-Counter, während der Rest aus traditionellen Branchen wie Immobilien oder Entertainment stammt.
Eine wichtige Erkenntnis für Gründer: Tokens müssen nicht immer von Anfang an dabei sein. Die meisten der besten Projekte beginnen mit klassischem VC-Geld, entwickeln ein funktionierendes Produkt und bringen die Token erst später ins Spiel. Die Anordnung ist entscheidend.
Custody-Lösungen sind in der Prüfung
Professionelle Verwahrung ist ein Muss für alle, die mit Krypto-Assets umgehen. Das ist nicht einfach ein Nice-to-have; es ist Pflicht. Im Rahmen der Due Diligence prüfen Investoren und Käufer mittlerweile standardmäßig, ob die Custody sauber eingerichtet ist.
Cold Storage, Multi-Signature-Wallets und Enterprise-Grade-Lösungen - all das ist Teil des Grundgerüsts.
Frühe Informationsbeschaffung ist für Gründer wichtig. Vergleiche wie die
beste Krypto-Wallet 2025 sind eine Hilfe, um die passende Lösung zu finden. Wer hier nachlässig ist, riskiert nicht nur Sicherheitslücken, sondern auch das Vertrauen bei möglichen Partnern.
Die technische Infrastruktur ist schon lange kein Randthema mehr - sie ist ein zentrales Element der Unternehmensführung.
Venture Capitalists setzen auf Traction und nicht auf Hype
In den Jahren 2021 und 2022 war der Token-Launch identisch mit dem Funding. Es war nicht erfolgreich. Viele Projekte sind gescheitert, und das Vertrauen ist verloren gegangen.
Im Jahr 2025 wird es anders laufen: Mehr als 80 Prozent der finanzierten Web3-Startups schließen Deals ohne sofortige Token. Wichtige Kennzahlen sind: aktive Wallets, Retention und Transaktionsvolumen.
Token werden später als Skalierungsinstrument eingesetzt. Könntest du ein paar Beispiele nennen? Sowohl Arbitrum als auch dYdX haben Modelle miteinander kombiniert: Venture-Capital für die ersten Schritte, Token-Sales zur Community-Bildung und Wachstum.
Das ist absichtlich und durchdacht. Um heute Kapital zu bekommen, muss man erst beweisen, dass das Produkt funktioniert.
Am ersten Tag der Strategie
Die Planung des Ausstiegs sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Sie beginnt mit der Gründung der Firma. Die IP-Dokumentation, der rechtssichere Aufbau von Token-Strukturen und die Festlegung technischer Standards sind Investitionen, die sich auszahlen, wenn Käufer oder Investoren genauer hinschauen.
Die Bedingungen sind vorteilhaft. M&A nimmt Fahrt auf, die Regulierung wird deutlicher und institutionelles Kapital strömt. Alles, was man jetzt aufbauen kann - von Wallet-Infrastruktur bis Community-Governance - wird einem besseren Start im nächsten Zyklus helfen.
Web3 ist jetzt etabliert und kein Trend mehr. Es handelt sich um ein Werkzeug. Und wie bei jedem Werkzeug hängt es davon ab, wie man es nutzt.