Irgendwann kommt in fast jedem jungen Unternehmen der Vorschlag auf: Wir bräuchten eine Figur. Etwas Wiedererkennbares, etwas Sympathisches, etwas, das nicht nach dem tausendsten blauen Logo aussieht. Meistens wird die Idee dann entweder zu schnell verworfen oder zu schnell umgesetzt. Beides ist vermeidbar, wenn man die Frage einmal sauber durchrechnet.
Zwei Dinge, die gern verwechselt werden
Ein Markencharakter und ein Maskottchenkostüm sind nicht dasselbe, und der Unterschied ist teuer.
Ein Markencharakter ist eine gezeichnete Figur. Sie lebt auf der Website, in der App, im Onboarding, auf Verpackungen und in Social Posts. Die Kosten dafür liegen im Bereich einer Designdienstleistung und lassen sich gut kalkulieren.
Ein Maskottchenkostüm ist die physische Umsetzung dieser Figur für Auftritte. Es kostet ein Vielfaches, hat Lieferzeiten von mehreren Monaten und verursacht laufenden Aufwand: Lagerung, Reinigung, Transport, und vor allem Menschen, die es tragen.
Die sinnvolle Reihenfolge ist fast immer: erst der Charakter, dann, wenn er sich bewährt, das Kostüm. Wer bei Null anfängt und direkt ein Kostüm bestellt, bindet einen mittleren vierstelligen Betrag an ein Design, das noch niemand getestet hat.
Wann sich der physische Auftritt rechnet
Es gibt Geschäftsmodelle, bei denen die Rechnung schnell aufgeht, und andere, bei denen sie es nie tut.
Sinnvoll ist ein Kostüm typischerweise dann, wenn das Unternehmen regelmäßig auf Veranstaltungen präsent ist, auf denen viele Wettbewerber um dieselbe Aufmerksamkeit konkurrieren. Messen, Recruiting-Events an Hochschulen, Sportveranstaltungen, Stadtfeste, Franchise-Eröffnungen. Auf einer Messe mit zweihundert gleich aussehenden Ständen ist eine Figur eines der wenigen Mittel, das Laufkundschaft tatsächlich stoppt.
Wenig sinnvoll ist es bei reinem B2B-Vertrieb mit wenigen, hochwertigen Kundenkontakten, bei Produkten mit ernstem Kontext wie Versicherungen oder Medizintechnik, und immer dann, wenn es im Jahr weniger als eine Handvoll passender Anlässe gibt. Ein Kostüm, das viermal im Jahr aus dem Karton kommt, ist ein teures Lagerstück.
Eine brauchbare Faustregel: Rechnen Sie die Anschaffung auf die Zahl realistisch geplanter Einsätze in drei Jahren herunter. Wenn der Betrag pro Einsatz höher liegt als das, was Sie für einen zusätzlichen Messestand ausgeben würden, ist die Antwort vorerst nein.
Was man vor der Bestellung wissen sollte
Wer sich dafür entscheidet, sollte drei Dinge einplanen, die regelmäßig unterschätzt werden.
Die Vorlaufzeit. Individuell gefertigte Kostüme werden nicht ab Lager geliefert. Übliche Produktionszeiten liegen bei rund zwei bis drei Monaten, bei Expressfertigung kürzer und gegen Aufpreis. Wer für eine bestimmte Messe plant, sollte deutlich früher anfragen, als es sich anfühlt.
Die Passform. Ein Kostüm, das auf genau eine Person zugeschnitten ist, fällt aus, sobald diese Person kündigt oder krank wird. Anbieter für
maskottchen kostüm kaufen arbeiten deshalb in der Regel mit einer Standardgröße und einem Anpassungsspielraum nach oben und unten, sodass mehrere Personen die Figur verkörpern können. Das gehört ins Briefing, nicht in eine spätere Nachbesserung.
Die Trageraussetzung. Die Figur wird von einem Menschen getragen, der eingeschränkt sieht, schlecht hört und schnell überhitzt. Belüftung, Gewicht und Sichtfeld sind keine Komfortthemen, sondern der Grund, warum eine Figur zwei Stunden im Einsatz bleiben kann oder nach zwanzig Minuten zurück in die Kabine muss. Planen Sie Schichten und eine Begleitperson ein.
Zwei Punkte für die Vertragsverhandlung
Beim Auftrag selbst lohnt sich ein Blick auf zwei Details, die im Nachhinein schwer zu korrigieren sind.
Erstens die Dateien: Lassen Sie sich neben dem fertigen Kostüm auch die Entwurfs- und Produktionszeichnungen aushändigen. Wenn Sie in drei Jahren ein zweites Kostüm oder eine Plüschvariante brauchen und der ursprüngliche Hersteller nicht mehr verfügbar ist, ersparen diese Unterlagen einen kompletten Neustart.
Zweitens die Ersatzteile: Klären Sie vorab, ob Kopf, Hände und Füße einzeln nachbestellt und ausgetauscht werden können. Diese Teile verschleißen deutlich schneller als der Anzug, und ein Komplettersatz wegen eines beschädigten Kopfes ist eine unnötig teure Angelegenheit.
Ob und wie sich eine Figur zusätzlich schützen lässt, ist eine Frage für eine spezialisierte Kanzlei und sollte vor der ersten öffentlichen Nutzung geklärt werden.
Der Teil, der nichts kostet
Vor jeder Investition lässt sich das Konzept günstig testen. Bringen Sie den gezeichneten Charakter zuerst in Ihre digitalen Kanäle und beobachten Sie über einige Monate, ob Kunden ihn aufgreifen, ob er in Erwähnungen auftaucht, ob er in Gesprächen vorkommt.
Wenn nach sechs Monaten niemand die Figur beim Namen nennt, spart dieser Test genau den Betrag, den das Kostüm gekostet hätte. Wenn doch, haben Sie ein sehr viel besseres Briefing für die Fertigung, als Sie am Anfang gehabt hätten.