Wer eine Website kaufen will, sucht meistens kein neues Design, sondern ein laufendes Online-Projekt: eine Seite mit Besuchern, Rankings und Einnahmen, die vom ersten Tag an Geld verdient. Genau darum geht es hier. Wenn du dagegen eine neue Seite für dein Unternehmen brauchst, bist du bei Baukasten-Anbietern oder einer Agentur richtig – Hinweise dazu findest du in unserem Ratgeber zur Firmenwebsite.
In diesem Artikel bekommst du beide Seiten des Handels: Welche Arten von Websites verkauft werden, auf welchen Plattformen du sie findest, wie Käufer den Preis berechnen und was du vor der Unterschrift prüfen musst. Für Verkäufer zeigen wir, wie du deinen Blog oder deine Nischenseite verkaufsfertig machst. Zum Schluss gibt es einen kurzen Überblick zu Steuern.
Welche Websites kann man kaufen?
Wenn du eine Website kaufen willst, hast du mehr Auswahl, als viele denken: Gehandelt werden fast alle Seiten, die nachweisbar Besucher und Umsatz haben. Die wichtigsten Typen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie Geld verdienen und wie viel Arbeit sie nach dem Kauf machen.
- Content- und Affiliate-Websites: Ratgeber- oder Vergleichsseiten, die über Provisionen aus Partnerprogrammen verdienen. Mehr zum Modell erklärt unser Artikel zum Affiliate Marketing.
- Nischenseiten: kleine, thematisch eng gefasste Seiten, oft mit Affiliate- oder Werbeeinnahmen. Wie solche Projekte entstehen, liest du unter Nischenseiten aufbauen.
- Blogs: persönlich geprägte Seiten mit Werbung, Kooperationen oder eigenen Produkten. Beim Blog kaufen hängt der Wert oft stark an der Person des Autors.
- Lead-Generierung: Seiten, die Anfragen sammeln und an Handwerker, Kanzleien oder Versicherer weiterverkaufen. Hier zählen die Verträge mit den Abnehmern.
- Webprojekte mit eigenem Produkt: Portale, Verzeichnisse, Communitys oder Mitgliederbereiche. Ein solches Webprojekt kaufen heißt meist auch, Technik und Support zu übernehmen.
Eine „fertige Website kaufen“ kann auch bedeuten, ein Starterprojekt ohne Einnahmen zu erwerben. Solche Pakete sind günstig, aber du bezahlst dann nur für Inhalte und Technik, nicht für ein Geschäft. Bewerte sie wie ein Aufbauprojekt, nicht wie ein laufendes Business.
Wo du Websites kaufen und verkaufen kannst
Ob du eine Website kaufen oder deine eigene Webseite verkaufen willst: Den Markt teilen sich internationale Marktplätze, deutschsprachige Börsen und Direktkontakte. Wer gezielt deutschsprachige Websites kaufen möchte, wird eher auf deutschen Plattformen fündig. Größere englischsprachige Projekte findest du eher international.
| Plattform | Schwerpunkt | Kosten für Verkäufer (Stand Oktober 2026) |
|---|---|---|
| mystartups-Marktplatz | Deutschsprachig: Websites, Shops, SaaS, Projekte, Firmen | Inserat über das Dashboard buchbar |
| Flippa | International, sehr große Auswahl, auch kleine Projekte | Inseratpakete ab 29 USD (60 Tage), zusätzlich Erfolgsgebühr je nach Paket |
| Empire Flippers | Kuratiert, ab 24.000 USD Nettogewinn pro Jahr und 12 Monaten Historie | Keine Inseratgebühr; 10.000 USD pauschal bis 66.666 USD Kaufpreis, darüber 15 % bis 700.000 USD |
| Motion Invest | Affiliate- und Content-Websites, YouTube-Kanäle | Je nach Verkaufsweg, beim Anbieter erfragen |
| traderoo | Deutschsprachige Online-Businesses, Prüfung jedes Inserats | Einstellen kostenlos, weitere Gebühren laut Preisliste |
| projektify | Deutschsprachige Webprojekte, Shops, Blogs, Domains | Nach eigenen Angaben ohne Provision, Treuhand optional |
| mabya | Online-Businesses, Shops, SaaS, Content-Seiten | Laut Preisseite des Anbieters |
Gebühren ändern sich regelmäßig, prüfe deshalb vor dem Inserieren die aktuelle Preisseite. Wer lieber im deutschsprachigen Umfeld sucht, findet auf unserem Marktplatz Websites, Blogs und Webprojekte von Gründern aus dem DACH-Raum.
Was kostet es, eine Website zu kaufen?
Der Preis ergibt sich fast immer aus dem Gewinn und einem Multiplikator (Multiple). Lange war es üblich, den durchschnittlichen Monatsgewinn der letzten 12 Monate mit einem Faktor zu multiplizieren. Empire Flippers ist im September 2026 auf Jahres-Multiples umgestellt: Preis geteilt durch den Nettogewinn der letzten 12 Monate.
Laut dem dort zitierten Branchenbericht 2026 lagen typische Inserate im Schnitt bei 2,3 Jahresgewinnen (27,8 Monatsgewinne), Premium-Projekte bei 2,6 und Problemfälle bei 1,1. Flippa nennt für Content-Websites ein durchschnittliches Gewinn-Multiple von 2,85 für 2024 und 2025. Diese Werte stammen aus internationalen Marktplätzen und sind Durchschnitte, keine Garantie für dein Projekt.
Rechenbeispiel: Du willst eine Website kaufen, die im Schnitt 1.500 Euro netto im Monat verdient, also 18.000 Euro im Jahr. Bei einem Multiple von 2,3 liegt der Preis bei rund 41.400 Euro. Ob 2,0 oder 2,8 angemessen ist, entscheiden diese Faktoren:
- Alter der Seite und Stabilität der Einnahmen über mindestens 12 Monate
- Mehrere Traffic-Quellen statt reiner Abhängigkeit von Google
- Mehrere Einnahmequellen statt eines einzigen Partnerprogramms
- Aufwand pro Woche für Pflege und neue Inhalte
- Trend: wachsende oder fallende Besucherzahlen
Drei Bewertungsmethoden und passende Tools stellen wir im Artikel Website-Wert ermitteln ausführlich vor.
Due Diligence: Das musst du vor dem Website kaufen prüfen
Due Diligence heißt sorgfältige Prüfung vor dem Kauf. Wer eine Website kaufen will, sollte wissen: Zahlen lassen sich leicht schönen. Screenshots reichen deshalb nicht, du brauchst Zugriff auf die Originaldaten.
Traffic-Nachweis
Lass dir Lesezugriff auf Google Analytics und die Google Search Console geben. In der Search Console siehst du Klicks, Suchbegriffe und unter „Manuelle Maßnahmen“, ob Google die Seite abgestraft hat. Vergleiche die Kurven mit den Terminen bekannter Google-Updates: Ein Einbruch nach einem Core-Update ist ein Warnsignal. Wie stabiler organischer Traffic entsteht, hilft dir bei der Einordnung.
Einnahmen und Kosten
Prüfe Auszahlungen direkt in den Partnerprogramm- und Werbekonten, idealerweise per Bildschirmfreigabe im Live-Gespräch. Gleiche sie mit Kontoauszügen ab. Auf der Kostenseite gehören Hosting, Tools, Autoren und Lizenzen in die Rechnung.
Backlinks, Inhalte und Rechte
Ein Blick ins Linkprofil mit einem SEO-Tool zeigt, ob viele künstliche oder thematisch fremde Links auf die Seite zeigen. Kläre außerdem, wem Texte, Bilder und Logos gehören: Stockfotos sind oft nur für den ursprünglichen Lizenznehmer lizenziert, Texte von Freelancern brauchen eine Rechteübertragung.
Abhängigkeiten
Das gilt für jede Internetseite, die du kaufen willst: Hängt der Großteil der Einnahmen an einem einzigen Partnerprogramm, kann eine Provisionssenkung den Gewinn halbieren. Partnerprogramm-Konten sind oft an Person oder Firma gebunden, du meldest dich dann mit eigenem Konto an und tauschst die Links aus. Frag den Verkäufer, ob das vorab geklärt ist.
Checkliste für Käufer:
- Lesezugriff auf Analytics und Search Console für mindestens 12 Monate
- Einnahmen in den Originalkonten gesehen und mit Kontoauszügen abgeglichen
- Keine manuellen Maßnahmen, kein ungeklärter Traffic-Einbruch nach Google-Updates
- Linkprofil ohne auffällige Muster
- Rechte an Texten, Bildern und Logo schriftlich bestätigt
- Anteil des größten Partnerprogramms an den Einnahmen bekannt
- Wöchentlicher Arbeitsaufwand und laufende Kosten dokumentiert
Ablauf: Website kaufen in sieben Schritten
- Suchprofil festlegen: Budget, Nische, Sprache und wie viel Zeit du investieren willst.
- Angebote sichten: auf Marktplätzen, in Börsen oder per Direktanfrage an Seitenbetreiber.
- Erstgespräch und Vertraulichkeit: Bei Projekten mit sensiblen Daten unterschreibst du oft eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA), bevor du die URL siehst.
- Due Diligence: Zahlen, Traffic und Rechte wie oben prüfen.
- Kaufvertrag: Kaufgegenstand genau auflisten (Domain, Inhalte, Konten, E-Mail-Liste), Gewährleistung, Wettbewerbsverbot und Übergabezeitraum regeln.
- Zahlung über Treuhand: Ein Treuhanddienst hält das Geld, bis du die Übergabe bestätigst. Escrow.com berechnet im Standardtarif zum Beispiel 2,6 % bis 5.000 USD Kaufpreis (mindestens 50 USD) und 2,4 % bis 50.000 USD.
- Übergabe und Freigabe: Erst wenn Domain, Hosting und Konten bei dir sind, gibst du das Geld frei.
Übergabe: Domain, Hosting und Konten
Beim Website kaufen ist die Übergabe der Teil, an dem die meisten Käufe holpern. Plane zwei bis vier Wochen Begleitung durch den Verkäufer ein, in denen er Fragen beantwortet.
Übergabe-Checkliste:
- Domain auf dich als Inhaber übertragen (Ablauf bei .de-Domains im Ratgeber Domain verkaufen)
- Hosting umziehen oder Hosting-Vertrag übernehmen, Backup vorher sichern
- WordPress- oder CMS-Admin auf dich umstellen, alte Zugänge löschen
- Analytics- und Search-Console-Eigentum übertragen
- E-Mail-Postfächer und Newsletter-Liste übernehmen (Datenschutz beachten)
- Partnerprogramm- und Werbekonten neu anmelden und Links tauschen
- Social-Media-Profile, Tools und Autorenverträge übergeben
- Impressum und Datenschutzerklärung auf dich ändern
Welche weiteren digitalen Werte bei einem Exit mitwandern können, beschreibt unser Beitrag zu digitalen Assets.
Website verkaufen: Vorbereitung und Verkaufstext
Wer seine Website verkaufen will, sollte drei bis sechs Monate vorher anfangen. Käufer zahlen für nachvollziehbare Zahlen und wenig Arbeit, nicht für Versprechen.
- Zahlen aufbereiten: Gewinn- und Verlustrechnung pro Monat für mindestens 12 Monate, mit Belegen.
- Prozesse dokumentieren: Wie entstehen Artikel, welche Tools nutzt du, was kostet was?
- Technik aufräumen: Ladezeit, defekte Links, veraltete Plugins. Typische Schwachstellen zeigt unser Artikel zu SEO-Fehlern.
- Rechte klären: Bildlizenzen und Texterverträge zusammensuchen.
Ein guter Verkaufstext nennt Alter der Seite, Nische, Monetarisierung, Durchschnittsgewinn der letzten 12 Monate, Traffic-Quellen, Zeitaufwand und Grund für den Verkauf. Nenne Schwächen offen, zum Beispiel eine Abhängigkeit von einem Partnerprogramm. Das schafft Vertrauen und verhindert, dass der Deal in der Prüfung platzt. Gerade bei kleinen Nischenseiten wirken ehrliche Zahlen besser als ein hoher Preis ohne Belege.
Auf mystartups kannst du dein Projekt direkt inserieren. Geht es um eine ganze Firma statt einer einzelnen Seite, hilft der Ratgeber Unternehmen verkaufen.
Steuern beim Website-Verkauf
Eine Website, die regelmäßig Einnahmen bringt, gehört steuerlich meist zu einem Gewerbebetrieb oder einer selbstständigen Tätigkeit. Der Verkaufserlös ist dann in der Regel steuerpflichtiger Gewinn. Wird der ganze Betrieb verkauft, kann ein Veräußerungsgewinn nach § 16 EStG vorliegen. Ab 55 Jahren oder bei dauernder Berufsunfähigkeit gibt es auf Antrag einmalig einen Freibetrag von 45.000 Euro, der ab 136.000 Euro Gewinn abschmilzt.
Bei der Umsatzsteuer ist eine Geschäftsveräußerung im Ganzen an einen anderen Unternehmer nach § 1 Abs. 1a UStG nicht steuerbar. Wird nur eine einzelne Seite aus einem größeren Portfolio verkauft, kann das anders aussehen. Ein reines Hobbyprojekt ohne Gewinnerzielungsabsicht wird wieder anders behandelt. Lass den Einzelfall von einem Steuerberater prüfen, bevor du den Vertrag unterschreibst.
Aktuelle Angebote auf mystartups
Hier findest du aktuelle Websites und Webprojekte, die Gründer auf mystartups zum Kauf anbieten.
- LagoMED.de: Innovatives Marketingkonzept mit Medizinwebsite und Traffic-Booster-System + Premium-Domains (Website, Preis: Auf Anfrage)
- kleider.discount AffiliateSite (Website, Preis: 2.999 €)
- Mein-Gewerbeportal.de (Website, Preis: 990 €)
- Ihr-Makler24 Immobilienbüro – Webprojekt mit zwei Domains (Projekt, Preis: 9.900 €)
- CryptoFit – KI-gestützte Krypto-Trading-,Analyse und Akademie Plattform – hohes Potenzial (Projekt, Preis: 25.000 €)
- Softwareprojekt für SEO & KI Sichtbarkeit (SaaS) (Projekt, Preis: 8.500 € VB)
Alle Angebote siehst du im Marktplatz. Du willst selbst verkaufen? Dann kannst du dort ein Inserat aufgeben.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, eine Website zu kaufen statt selbst aufzubauen?
Wer eine bestehende Website kaufen kann, statt sie selbst aufzubauen, spart die Anlaufzeit, in der eine neue Seite noch keinen Traffic hat. Dafür zahlst du heute für Gewinne der nächsten Jahre. Es lohnt sich, wenn du die Seite nach dem Kauf weiterentwickeln kannst und die Zahlen sauber belegt sind.
Wie viel Geld brauche ich, um eine Website zu kaufen?
Kleine Nischenseiten werden schon für wenige tausend Euro angeboten, etablierte Projekte kosten schnell fünf- bis sechsstellige Beträge. Plane zusätzlich Geld für Treuhand, Tools und neue Inhalte in den ersten Monaten ein.
Woran erkenne ich gefälschte Traffic-Zahlen?
Echte Zahlen siehst du nur mit eigenem Zugriff auf Analytics und Search Console. Achte auf Traffic aus untypischen Ländern, sehr hohe Absprungraten oder plötzliche Spitzen ohne Grund. Lehnt der Verkäufer einen Zugriff ab, solltest du vom Kauf absehen.
Kann ich das Partnerprogramm-Konto des Verkäufers übernehmen?
Meist nicht, weil viele Partnerprogramme Konten an Person oder Firma binden. In der Regel meldest du dich selbst an und ersetzt die Partnerlinks. Prüfe vorher, ob du die Bedingungen des Programms erfüllst.
Wie lange dauert der Verkauf einer Webseite?
Von der Vorbereitung bis zum Geldeingang vergehen oft mehrere Wochen bis Monate. Die Übergabe selbst dauert meist ein bis vier Wochen, je nachdem, wie viele Konten und Verträge umgestellt werden.
Brauche ich einen schriftlichen Kaufvertrag?
Ja. Der Vertrag sollte den Kaufgegenstand vollständig auflisten, Gewährleistung und Übergabe regeln und ein Wettbewerbsverbot enthalten. Bei höheren Summen lohnt sich die Prüfung durch einen Anwalt.
Fazit
Eine Website kaufen ist ein schneller Weg zu einem laufenden Online-Business, wenn du Zahlen, Traffic und Rechte selbst prüfst und über Treuhand bezahlst. Der Preis ergibt sich aus Gewinn mal Multiple, die Spanne hängt an Stabilität, Abhängigkeiten und Aufwand.
Als Verkäufer erzielst du den besten Preis mit sauberen Zahlen, dokumentierten Abläufen und einem ehrlichen Verkaufstext. Ähnliche Fragen stellen sich beim Verkauf von Shops und Software, mehr dazu unter Onlineshop kaufen und verkaufen und App oder SaaS verkaufen.
