Diese Hochschulen bringen die erfolgreichsten Gründer:innen hervor
5.6.2026
Deutsche Firmen-Exits: Diese Hochschulen bringen die erfolgreichsten Gründer:innen hervor – und dafür gibt es gute Gründe. Wenn du dich für erfolgreiche Start-ups und die Frage interessierst, wie ein akademischer Hintergrund den Weg zum lukrativen Exit ebnen kann, lohnt sich ein genauer Blick auf die Bildungswege der Gründer:innen aus der DACH-Region. Die aktuelle Auswertung der Gisma University of Applied Sciences stellt eindrucksvoll heraus, an welchen Hochschulen das Gründertum besonders floriert, welche Studiengänge den Ton angeben und wie es mit Diversität und Abschlüssen tatsächlich aussieht.
Die deutschen Universitäten und Hochschulen gelten im internationalen Vergleich traditionell als starke Schmieden für Ingenieur:innen, Informatiker:innen und zunehmend auch Entrepreneur:innen. Doch nicht jede Institution liefert gleich viele Erfolgsgeschichten, wenn am Ende ein Firmenverkauf, eine Übernahme oder ein Börsengang für die Gründer:innen den Start-up-Traum vollendet.
Technische Universität München dominiert das Gründer-Ranking
Du wirst es vielleicht schon vermuten: München ruft nach wie vor die Gründerszene auf den Plan. Mit 34 erfolgreichen Start-up-Gründer:innen, deren Unternehmen in den vergangenen Jahren einen Exit geschafft haben, thront die Technische Universität München (TUM) unangefochten an der Spitze des Rankings.
Die Spitzenposition der TUM ist kein Zufall. Sie steht für forschungsstarke Lehre, exzellente Netzwerke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie eine lebendige Start-up-Kultur, die Studierenden bereits im Studium praktische Startchancen eröffnet. Zahlreiche Förderprogramme, Inkubatoren und enge Kontakte zur Münchner Tech-Szene tragen maßgeblich dazu bei, dass aus guten Geschäftsideen auf dem Campus wirtschaftliche Erfolgsgeschichten werden.
Dahinter setzt die Ludwig-Maximilians-Universität München mit 15 Gründer:innen das zweite Ausrufezeichen für die bayerische Landeshauptstadt. RWTH Aachen folgt mit 10 erfolgreichen Gründer:innen und zeigt, dass Exzellenz in Ingenieursdisziplinen beste Voraussetzungen für das Unternehmertum bieten kann. Zu den weiteren Top-Adressen zählen die Universität St. Gallen, die Technische Universität Berlin, die Universität Münster und die Universität zu Köln.
Wer auf Wachstum im Gründer-Ökosystem setzt, findet auch in Wien, Berlin, Zürich, Karlsruhe sowie an spezialisierten Management-Schools wie der WHU und der WU Wien starke Karrierenetzwerke. Die Bandbreite ist beachtlich, dennoch bleibt der Fokus klar auf technologieorientierten und wirtschaftsnahen Einrichtungen.
Technologie und Wirtschaft als Schlüssel zum Erfolg
Der nächste wichtige Faktor: das Studienfach. Hier zeichnet sich eindeutig ab, dass technologiegetriebene und wirtschaftsnahe Disziplinen besonders häufig zu erfolgreichen Exits führen. Informatik setzt mit 36 Nennungen den Maßstab – kaum verwunderlich angesichts des digitalen Wandels im Mittelstand sowie der vielfältigen Möglichkeiten im Software-, KI- und Plattformgeschäft.
Betriebswirtschaftslehre folgt dicht dahinter. Mit 33 Gründer:innen aus diesem Bereich wird deutlich, dass analytische Fähigkeiten, strategisches Denken und unternehmerisches Know-how entscheidende Vorteile für die erfolgreiche Skalierung und Optimierung eines jungen Unternehmens sind.
Die Wirtschaftsinformatik rangiert auf Platz drei. Diese Disziplin steht für die Symbiose aus technischer Kompetenz und Management-Praxis. Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen bilden den Nährboden für interdisziplinäres Arbeiten und innovative Lösungen, wenn es um den Aufbau skalierbarer Geschäftsmodelle geht.
Natürlich trägt auch ein solides Wissen aus traditionellen und spezialisierten Disziplinen wie Jura, Physik, Volkswirtschaftslehre und Elektrotechnik zur Vielfalt unter den erfolgreichen Gründer:innen bei. Die Ergebnisse zeigen aber klar, dass der Weg zu einem erfolgreichen Start-up-Exit in der Regel von einem technologie- oder betriebswirtschaftlichen Studium begleitet wird. Auch die Zahl der interdisziplinären Studiengänge wie Internationales Management oder Gesundheitsökonomie nimmt zu und spiegelt die Digitalisierung branchenübergreifend wider.
Das Gründerbild: Männlich und (noch) wenig divers
Trotz Fortschritten bei der Chancengleichheit bleibt das Bild des Start-up-Gründers im deutschsprachigen Raum auch 2026 eindeutig männlich geprägt. Rund 89 Prozent der identifizierten Gründungspersönlichkeiten mit einem erfolgreichen Exit sind Männer. Ein klarer Fingerzeig auf die noch immer bestehenden Herausforderungen bei der Diversität in der deutschen Start-up- und Hochschullandschaft.
Die Analyse der Vornamen-Liste wirkt wie ein Spiegel populärer deutscher Männernamen der letzten Jahrzehnte: Matthias, Daniel, Sebastian, Thomas und Andreas bilden die häufigsten Vornennungen. Bei den Gründerinnen stehen Julia, Katrin, Dagmar, Lisa und Mona im Vordergrund – deutlich seltener und damit ausbaufähiges Potenzial.
Die Ursachen für diesen Gender-Gap sind vielfältig: sie reichen von strukturellen Hürden für Frauen in technologie- und wirtschaftsnahen Disziplinen bis hin zu fehlenden weiblichen Vorbildern und spezifischen Förderangeboten an Hochschulen. Während zahlreiche Universitäten und Programme gezielt Frauen für MINT-Fächer und unternehmerische Initiativen gewinnen wollen, bleibt der Anteil weiblicher Gründerinnen laut aktuellen Zahlen nach wie vor gering.
Die Gisma University of Applied Sciences betont zu Recht: Um die Innovationskraft des Start-up-Ökosystems wirklich auszuschöpfen, braucht es einen ganzheitlichen und aktiven Ansatz, der Frauen gleichermaßen auf die Gründung vorbereitet und sie in allen Phasen unterstützt – vom Studium über erste Company-Building-Projekte bis zum Exit.
Masterabschluss öffnet Türen – Bachelor holt auf
Eine weitere markante Entwicklung betrifft die akademischen Abschlüsse der Gründenden. Wenn du überlegst, wie wichtig ein Abschluss für den unternehmerischen Erfolg und den Exit ist, dann liefert die Auswertung der Hochschuldaten eine klare Antwort: Der Masterabschluss dominiert das Bild. Von den 436 erfassten Gründer:innen haben 156 einen Master, oft in direkter Verbindung mit praxisnahen oder forschungsintensiven Studiengängen.
Der Bachelor als Karriereweg für Gründer:innen gewinnt an Bedeutung, bleibt aber mit 63 Nennungen noch klar hinter dem Master. Für 48 Personen wurde das klassische deutsche Diplom als höchster Abschluss angegeben – ein Beleg für den anhaltenden Wert solider Ausbildung, auch wenn diese Abschlussform langsam ausläuft.
Doktortitel spielen ebenfalls eine Rolle und sind mit knapp 50 Nennungen ebenfalls auf dem Radar, vor allem im Zusammenhang mit technologiegetriebenen Ausgründungen und Forschungs-Spin-Offs. Staatsexamina und Habilitationen bleiben die Ausnahme, zeigen aber, dass auch außergewöhnliche wissenschaftliche Laufbahnen mitunter in erfolgreiche Start-ups führen.
Was wirklich zählt: Ein hoher akademischer Abschluss ist kein Selbstzweck, sondern bietet Zugang zu wertvollen Netzwerken, vermittelt Schlüsselkompetenzen und öffnet Türen zu Förderungen, Partnern und Investor:innen. Dennoch sind Quereinsteiger:innen, Praktiker:innen und Gründer:innen ohne vollendetes Studium keinesfalls ausgeschlossen – gerade im digitalen Zeitalter zählen Leidenschaft, Agilität und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen.
Die Rolle der Hochschullandschaft in der deutschen Exit-Kultur
Was kannst du aus diesen Zahlen und Fakten für deine persönliche Gründungsidee ableiten? Zunächst einmal unterstreicht die Analyse: Die Hochschule – und noch spezifischer der Studiengang – kann ein bedeutender Hebel sein, um dich optimal auf ein unternehmerisches Abenteuer vorzubereiten. Erfolgreiche Exits sind weniger Zufallsprodukte einzelner individueller Talente, sondern entstehen aus Ökosystemen, die Innovation fördern, Mut zum Gründen stärken und Zugang zu Ressourcen bieten.
Standorte mit einer hohen Dichte an forschungsstarken Hochschulen wachsen oft zu Knotenpunkten der Start-up-Kultur heran. In München, Berlin, Wien, Zürich und St. Gallen entstehen Synergien zwischen Wissenschaft, Wagniskapital und Industriepartnern, die jungen Gründer:innen den Sprung von der Idee zum skalierbaren Unternehmen erleichtern.
Dabei gewinnen neben traditionellen Studiengängen auch praxisorientierte Ausbildungskonzepte wie Duale Studiengänge oder Spin-Off-Initiativen an Bedeutung. In Hochschul-Inkubatoren, Acceleratoren und Forschernetzwerken werden Innovationen früh validiert, Ideen geschliffen und Teams auf Marktanforderungen vorbereitet. Der Zugang zu Alumni-Netzwerken, Mentoring-Angeboten und unternehmerischer Begleitung erhöht den Gründungserfolg nochmals deutlich.
Du solltest jedoch nicht vergessen: Am Ende entscheidet die Qualität der Idee, die Umsetzung und das Team über den Impact und den Exit eines Start-ups. Das akademische Umfeld bietet Unterstützung – doch die unternehmerische Reise bleibt individuell geprägt.
Perspektiven für Gründer:innen: Mehr Diversität und branchenspezifische Exzellenz
Was bedeuten die Ergebnisse nun für die Zukunft der deutschen Start-up-Landschaft? Zwei Aspekte stechen besonders hervor: Zum einen gilt es, die Stärken in technologie- und wirtschaftsnahen Disziplinen konsequent auszubauen. Hier entstehen die meisten Unternehmen, die später im Exit erfolgreich sind.
Zum anderen zeigt die Geschlechterverteilung, dass sich die Hochschulen und das gesamte Innovationsökosystem dringend weiter öffnen müssen. Mehr Diversität und eine gezielte Förderung von Gründerinnen sind essenziell, damit das volle Potenzial der nächsten Gründer:innen-Generation gehoben werden kann.
Das Zusammenspiel aus Netzwerken, praktischer Ausbildung, aktiver Förderung und einem Bewusstsein für Chancengleichheit ist der Schlüssel, um zukünftige Erfolgsgeschichten zu schreiben – und deutsche Start-ups im internationalen Vergleich noch wettbewerbsfähiger zu machen.
Fazit: Wo du die besten Bedingungen für einen erfolgreichen Exit findest
Wenn du auf der Suche nach dem idealen Umfeld für deine eigene Gründungsidee bist, lohnt sich ein Blick auf die Spitzenreiter des aktuellen Rankings. Die Technische Universität München, gefolgt von den anderen genannten Hochschulen, zeigt: Technologie-, Wirtschafts- und Managementkompetenzen sowie eine gute Verankerung im Start-up-Ökosystem zahlen sich aus – spätestens, wenn dein Unternehmen den Schritt zum Exit wagt.
Mit einem starken akademischen Fundament, Netzwerkpflege und dem Mut, neue Wege zu gehen, kannst auch du den Grundstein für eine erfolgreiche Start-up-Geschichte legen. Und vielleicht bist du es, der in der nächsten Liste der erfolgreichen Gründer:innen der DACH-Region auftaucht.
