Höhle der Löwen Staffel 4: Die Auftaktfolge 2017 im Rückblick

Rückblick auf die erste Folge 2017: alle Pitches, Deals und Bewertungen, was aus den Startups wurde und was du für deine Finanzierung lernen kannst.

SW

Aktualisiert am 17.10.2026

Höhle der Löwen erste Folge 2017

Die Höhle der Löwen Staffel 4 startete am 5. September 2017 bei VOX mit fünf Gründerteams. In der Auftaktfolge ging es um Displayschutz aus Flüssigglas, Schaumstoffherzen für Pumps, Eis zum Selbermachen, einen Hochleistungsgrill und ein Hilfsmittel für Menschen mit Halbseitenlähmung. Drei Teams erhielten im Studio eine Zusage, zwei gingen leer aus.

Dieser Rückblick fasst die Pitches zusammen, ordnet die Bewertungen ein und zeigt, was aus einigen der Startups wurde. Vor allem aber geht es um die Frage, was du als Gründer aus der Sendung für deine eigene Finanzierungsrunde lernen kannst.

Die Auftaktfolge im Überblick

In der Jury saßen Frank Thelen, Judith Williams, Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer. Neu dabei war die Unternehmerin und frühere Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl. In einigen Folgen der Staffel vertrat Georg Kofler die erkrankte Judith Williams.

Startup Forderung Ergebnis in der Show
ProtectPax 100.000 Euro für 15 % Ralf Dümmel: 150.000 Euro für 20 %
hearts for heels 20.000 Euro für 20 % Kein Deal
Luicella’s Ice Cream 120.000 Euro für 10 % Frank Thelen: 120.000 Euro für 20 %
Otto Wilde Grillers 2 Millionen Euro für 20 % Kein Deal
MovEAid 200.000 Euro für 20 % Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl: 200.000 Euro für 20 %

Die fünf Pitches der Höhle der Löwen Staffel 4

ProtectPax

Pascal Buchen und Anthony Filipiak stellten eine Flüssigglas-Beschichtung vor, die Displays von Smartphones, Tablets und anderen Glasoberflächen schützen sollte. Sie wollten 100.000 Euro für 15 Prozent. Ralf Dümmel bot mehr Geld für mehr Anteile, nämlich 150.000 Euro für 20 Prozent, und die Gründer nahmen an. Die damalige Website lautete protect-pax.de.

hearts for heels

Birgit Unger präsentierte kleine Schaumstoffherzen, mit denen sich Pumps an die Fußgröße anpassen lassen. Für 20.000 Euro bot sie 20 Prozent ihres Unternehmens an. Keiner der Investoren stieg ein.

Luicella’s Ice Cream

Markus Deibler und Luisa Mentele verkaufen eine Mischung, mit der sich Eis zu Hause herstellen lässt. Sie forderten 120.000 Euro für 10 Prozent. Mehrere Investoren zeigten Interesse, den Zuschlag erhielt Frank Thelen mit 120.000 Euro für 20 Prozent. Den Eis-Mix von Luicella’s bietet das Unternehmen weiterhin im eigenen Onlineshop an, laut Website vegan und glutenfrei.

Otto Wilde Grillers

Otto Wilde, seine Tochter Julia und Alexander Luik aus Düsseldorf präsentierten einen Hochleistungsgrill. Produkt und Steak kamen gut an, die Forderung von 2 Millionen Euro für 20 Prozent nicht. Das entsprach einer Bewertung von 10 Millionen Euro, für die Investoren zu viel. Die Gründer gingen ohne Deal.

MovEAid

Anna Vonnemann und ihre Tochter Dindia Gutmann stellten ein Hilfsmittel vor, das Menschen mit Halbseitenlähmung bei Haltung und Bewegung unterstützen soll. Dindia Gutmann ist seit ihrer Geburt halbseitig gelähmt, das Gerät entstand aus der eigenen Erfahrung. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl sagten gemeinsam 200.000 Euro für 20 Prozent zu. Das Projekt wird heute unter dem Namen ReMoD von einer Berliner UG weitergeführt, Informationen gibt es auf hemiparese-therapie.de.

Was aus den Startups wurde

Ein Deal im Fernsehen ist kein unterschriebener Vertrag. Nach der Aufzeichnung prüfen Investoren und Gründer in der Due Diligence Zahlen, Schutzrechte und Verträge. In den ersten drei Staffeln kam laut deutsche-startups.de ein erheblicher Teil der TV-Deals danach nicht zustande. In der ersten Staffel waren es 11 von 16, in der zweiten 15 von 21.

Besonders lehrreich ist der Fall Otto Wilde Grillers. Das Team erhielt in der Sendung kein Geld, entwickelte das Unternehmen aber weiter. Miele übernahm 2021 die Mehrheit und im Dezember 2023 laut Pressemitteilung auch die verbliebenen 24,9 Prozent. Ein Nein der Löwen sagt also wenig darüber, ob ein Geschäftsmodell trägt.

Die Höhle der Löwen Staffel 4 im Rückblick

Über die gesamte Höhle der Löwen Staffel 4 hinweg war Ralf Dümmel laut Deal-Monitor von deutsche-startups.de mit 18 TV-Deals der aktivste Investor. Zu seinen TV-Deals gehörten neben ProtectPax unter anderem Yummynator und Fenster-Schnapper. Die Staffel umfasste zwölf Folgen, das Finale lief am 21. November 2017.

Auch in der Höhle der Löwen Staffel 4 platzten wieder zahlreiche Vereinbarungen nach der Aufzeichnung. Ein prominentes Beispiel ist Too Good To Go: Judith Williams und Dagmar Wöhrl sagten in der zehnten Folge 1 Million Euro für 9 Prozent zu, der Deal kam nach der Show jedoch nicht zustande. Das Unternehmen wuchs trotzdem weiter. Für Zuschauer wirkt die Sendung wie eine Entscheidung im Moment, für die Beteiligten beginnt danach die eigentliche Verhandlung.

Bewertung verstehen: was die Angebote bedeuten

Hinter jedem Angebot steht eine Unternehmensbewertung. Du berechnest sie, indem du die Investitionssumme durch den angebotenen Anteil teilst. Wichtig ist der Unterschied zwischen Pre-Money-Bewertung (vor der Investition) und Post-Money-Bewertung (inklusive des neuen Geldes). Die einfache Rechnung ergibt die Post-Money-Bewertung.

Bewertungen der Höhle der Löwen Staffel 4, Folge 1

Startup Bewertung laut Forderung Bewertung laut Deal
ProtectPax ca. 667.000 Euro 750.000 Euro
Luicella’s 1,2 Millionen Euro 600.000 Euro
MovEAid 1 Million Euro 1 Million Euro
Otto Wilde Grillers 10 Millionen Euro kein Deal

Bei Luicella’s halbierte sich die Bewertung gegenüber der Forderung. Das ist typisch: Investoren verlangen mehr Anteile, wenn sie neben Geld auch Vertrieb, Netzwerk oder Know-how einbringen. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie stark dieser Beitrag dein Wachstum beschleunigt.

Lehren für deine eigene Finanzierungsrunde

Aus der Auftaktfolge der Höhle der Löwen Staffel 4 lassen sich einige allgemeine Regeln ableiten, die für jede Finanzierungsrunde gelten:

  • Bewertung begründen: Für eine hohe Forderung brauchst du nachvollziehbare Zahlen, etwa Umsatz, Wachstum oder Marge.
  • Mehr als Geld verhandeln: Kläre, welche Leistungen ein Investor konkret einbringt, zum Beispiel Handelskontakte oder Produktion.
  • Due Diligence vorbereiten: Halte Verträge, Schutzrechte und Finanzzahlen geordnet bereit, damit ein Deal nicht im Nachgang scheitert.
  • Lieferfähigkeit sichern: Fernsehauftritte und Medienberichte können kurzfristig viel Nachfrage erzeugen.
  • Alternativen kennen: Business Angels, Förderprogramme oder Bootstrapping sind ebenfalls Wege zum Wachstum.

Wie du passende Kapitalgeber außerhalb des Fernsehens findest, erklärt der Beitrag Investoren finden. Für den Auftritt selbst hilft ein gut aufgebautes Pitch Deck. Ein weiteres Beispiel aus der Sendung beschreibt der Artikel über Tape it bei der Höhle der Löwen.

Häufige Fragen

Wann lief die erste Folge der Höhle der Löwen Staffel 4?

Die Auftaktfolge lief am Dienstag, 5. September 2017, um 20:15 Uhr bei VOX.

Wer saß in der Höhle der Löwen Staffel 4 in der Jury?

Frank Thelen, Judith Williams, Ralf Dümmel, Carsten Maschmeyer und neu Dagmar Wöhrl. Georg Kofler ersetzte in einigen Folgen Judith Williams.

Kommen alle Deals aus der Sendung zustande?

Nein. Die Vereinbarung im Studio ist eine Absichtserklärung. Erst nach der Prüfung von Zahlen und Verträgen wird entschieden, ob die Beteiligung tatsächlich erfolgt.

Wie berechnet man die Bewertung bei einem Löwen-Deal?

Investitionssumme geteilt durch den Anteil ergibt die Post-Money-Bewertung. 150.000 Euro für 20 Prozent entsprechen also 750.000 Euro.

Fazit

Die Auftaktfolge der Höhle der Löwen Staffel 4 zeigt, wie unterschiedlich Gründerwege verlaufen können. Drei Teams bekamen eine Zusage, zwei nicht, und gerade eines der abgelehnten Startups entwickelte sich später zu einem Übernahmeziel für einen großen Hersteller. Für deine eigene Finanzierung heißt das: Bewertung sauber begründen, den Beitrag eines Investors nüchtern prüfen und Alternativen offenhalten.

Quellen

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