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Videos selbst drehen: 7 Tipps, wie Startups mehr Kunden erreichen

Videos selbst drehen statt teuer produzieren: sieben Tipps zu Ausstattung, Kanälen, Mehrfachverwertung und Imagefilm für Startups mit kleinem Budget.

SW

Aktualisiert am 17.10.2026

7 Tipps, wie Start-ups mit Videos mehr Kunden erreichen

Videos selbst drehen statt teuer produzieren zu lassen: Für viele Startups ist das der realistischste Weg zu mehr Sichtbarkeit. Das Budget für Werbung ist am Anfang knapp, während Smartphone, Ansteckmikrofon und Schnitt-App für wenig Geld zu haben sind. Was oft fehlt, sind ein klarer Plan, etwas Technik-Grundwissen und die Routine, regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen.

Laut dem Bericht „State of Video Marketing 2026“ des Videoanbieters Wyzowl nutzen 91 Prozent der befragten Unternehmen Video im Marketing, und 63 Prozent der befragten Konsumenten möchten ein Produkt am liebsten über ein kurzes Video kennenlernen. Die Stichprobe ist mit 266 Befragten allerdings klein. In diesem Artikel bekommst du sieben praxisnahe Tipps, wie du als Gründerin oder Gründer mit eigenen Videos mehr Kunden erreichst, Stand Oktober 2026.

Tipp 1: Erst organisch starten

Zu Beginn geht es darum, dein Angebot bekannt zu machen und herauszufinden, welche Botschaften ankommen. Bezahlte Anzeigen lohnen sich meist erst, wenn du weißt, welche Inhalte funktionieren. Organische Videos auf YouTube, Instagram, TikTok oder LinkedIn kosten vor allem Zeit und liefern dir wertvolle Rückmeldungen über Aufrufe, Kommentare und Anfragen.

Wenn du später Budget einsetzt, kannst du deine besten Videos gezielt bewerben. Wann sich das lohnt, beschreibt der Beitrag Paid Social für Startups. Eine übergreifende Strategie findest du im Artikel Videomarketing für Startups.

Tipp 2: Videos selbst drehen lernen

Mit einem aktuellen Smartphone kannst du heute Videos in sehr guter Bildqualität aufnehmen. Der Unterschied zwischen einem Clip für den Familienchat und einem Video für dein Unternehmen liegt weniger in der Kamera als in Ton, Licht, Aufbau und Botschaft.

Grundausstattung zum Videos selbst drehen

Ausstattung Wozu Grobe Kosten
Smartphone Kamera, meist schon vorhanden vorhanden
Ansteck- oder Funkmikrofon Klarer Ton, wichtiger als ein besseres Bild ca. 30 bis 250 Euro
Stativ mit Halterung Ruhige Aufnahmen ca. 20 bis 80 Euro
LED-Leuchte oder Fensterlicht Gleichmäßige Ausleuchtung des Gesichts ca. 30 bis 150 Euro
Schnitt-App Schneiden, Untertitel, Formate kostenlos bis Abo

Die Preise sind grobe Richtwerte, prüfe aktuelle Angebote. Viele Schnittprogramme erzeugen Untertitel inzwischen automatisch, was wichtig ist, weil viele Menschen Videos ohne Ton ansehen.

Typische Fehler beim Videos selbst drehen

  • Schlechter Ton: Hall, Wind oder Straßenlärm stören mehr als ein leicht unscharfes Bild. Nimm in ruhigen, möblierten Räumen auf.
  • Gegenlicht: Sitzt du mit dem Rücken zum Fenster, wird dein Gesicht dunkel. Stell dich so, dass das Licht von vorn oder seitlich kommt.
  • Zu langer Einstieg: Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut. Komm sofort zum Punkt.
  • Kein Ziel: Jedes Video sollte eine klare Handlungsaufforderung haben.
  • Perfektionismus: Wer jedes Video zehnmal neu aufnimmt, veröffentlicht zu selten. Lieber regelmäßig und mit der Zeit besser werden.

Wenn du Videos selbst drehen willst, plane für die ersten Aufnahmen bewusst mehr Zeit ein. Mit jeder Produktion wirst du schneller, und nach einigen Wochen entsteht eine Routine, die sich gut in den Arbeitsalltag einfügt.

Lernen mit Anleitung

Die Grundlagen kannst du dir über kostenlose Tutorials auf YouTube aneignen. Der Nachteil: Man schaut viel und setzt wenig um. Wer schneller vorankommen will, kann in ein Training mit Praxisanteil investieren, bei dem Videos direkt gemeinsam entstehen. Ein Beispiel ist der Workshop „How2Video“ von Armin Bichler, Journalist und Videoproduzent seit 2005, der sich laut Anbieter an Teams aus Marketing, Social Media, Vertrieb und HR richtet und inzwischen auch KI-Werkzeuge einbezieht. Details findest du in den weiteren Infos zum Video-Training von Stadtshow. Vergleiche vor einer Buchung mehrere Angebote, etwa bei Volkshochschulen, IHKs oder spezialisierten Trainern.

Tipp 3: Den richtigen Kanal wählen

Welcher Kanal passt, hängt von Branche und Zielgruppe ab:

  • YouTube: Erklärvideos, Anleitungen und Produktvorstellungen, die auch über die Suche gefunden werden. YouTube Shorts dürfen seit Oktober 2024 bis zu drei Minuten lang sein.
  • Instagram und TikTok: Kurze, vertikale Videos für Endkunden, Einblicke hinter die Kulissen, Produkte in Aktion.
  • LinkedIn: Fachliche Einschätzungen, Gründerstory und Recruiting im B2B-Umfeld. Mehr dazu im Beitrag Leadgenerierung auf LinkedIn.

Konzentriere dich zunächst auf eine Plattform und veröffentliche regelmäßig, zum Beispiel ein bis drei Videos pro Woche. Ein Redaktionsplan oder ein Planungstool hilft dir, den Rhythmus einzuhalten.

Tipp 4: Inhalte mehrfach verwerten

Aus einem längeren Video lassen sich mehrere kurze Clips, ein Blogartikel, ein Newsletter und Social-Media-Posts machen. Umgekehrt ist ein gut recherchierter Blogartikel oft schon das Drehbuch für ein Video. Prüfe vorher, welche Fragen deine Zielgruppe tatsächlich bei Google stellt, und beantworte genau diese.

So baust du Schritt für Schritt Inhalte auf, die auch langfristig gefunden werden. Wie du Formate, Längen und Kosten für soziale Netzwerke planst, zeigt der Leitfaden Social Media Videos erstellen.

Tipp 5: Aufgaben abgeben

Wenn du allein oder im kleinen Team arbeitest, musst du nicht alles selbst machen. Schnitt, Untertitel oder Thumbnails lassen sich an Freelancer vergeben. Hochschulen mit Medienstudiengängen sind gute Anlaufstellen für Praktikanten oder Werkstudierende. Wichtig ist ein klares Briefing mit Ziel, Zielgruppe, Länge und Stil, damit die Ergebnisse zu deiner Marke passen. Lege außerdem fest, wer die Rechte an Rohmaterial und fertigen Videos erhält und in welchen Kanälen sie genutzt werden dürfen. Eine kurze schriftliche Vereinbarung erspart später Diskussionen, etwa wenn du ein Video auch für Anzeigen oder auf Messen einsetzen möchtest.

Tipp 6: Imagefilm nur mit klarem Ziel

Für laufende Inhalte brauchst du keine Produktionsfirma. Ein Imagefilm kann sich aber lohnen, etwa für die Startseite, Messen oder Investorengespräche. Er fasst in ein bis zwei Minuten zusammen, wer du bist und welches Problem du löst.

Viele Imagefilme scheitern daran, dass sie nur das Unternehmen feiern. Zuschauer interessieren sich aber für ihren eigenen Nutzen. Ein guter Imagefilm zeigt deshalb Kundinnen und Kunden, ihr Problem und die Lösung. Ob du ihn extern produzieren lässt oder Videos selbst drehen willst, hängt von Anspruch und Budget ab. Was eine externe Produktion kostet, liest du im Beitrag Videoproduktion für Unternehmen.

Tipp 7: Den Kunden in den Mittelpunkt stellen

Bevor du ein Video planst, beantworte diese Fragen:

  1. Welches Problem hat die Person, die das Video sieht?
  2. Wie löst dein Angebot dieses Problem?
  3. Was ist danach besser für sie?
  4. Welchen Kunden hast du bereits geholfen, und dürfen sie davon erzählen?
  5. Was soll der Zuschauer am Ende tun: Website besuchen, anrufen, Termin buchen?

Mit diesen Antworten wird aus einem Selbstporträt ein Video, das überzeugt. Wer sich persönliche Unterstützung wünscht, findet Ansprechpartner bei Agenturen, freien Videoproduzenten oder Trainern wie Armin Bichler von Stadtshow.

Häufige Fragen

Kann ich als Startup Videos selbst drehen?

Ja. Mit Smartphone, gutem Mikrofon, Stativ und etwas Licht erreichst du für Social Media eine solide Qualität. Wichtiger als die Technik sind Inhalt, Ton und Regelmäßigkeit.

Wie lang sollte ein Unternehmensvideo sein?

Für Social Media meist zwischen 15 Sekunden und drei Minuten, für einen Imagefilm ein bis zwei Minuten. Anleitungen und Erklärvideos auf YouTube dürfen länger sein, wenn sie gut strukturiert sind.

Welche rechtlichen Punkte muss ich beachten?

Hole Einwilligungen von gefilmten Personen ein, nutze nur lizenzierte Musik und kennzeichne Werbung. Bei Videos mit Mitarbeitenden empfiehlt sich eine schriftliche Einwilligung.

Wie oft sollte ich Videos veröffentlichen?

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Menge. Ein fester Rhythmus von ein bis drei Videos pro Woche ist für viele kleine Teams machbar.

Fazit

Videos sind für Startups einer der wirksamsten Wege, Vertrauen aufzubauen und Kunden zu erreichen, auch ohne großes Werbebudget. Wer Videos selbst drehen möchte, braucht vor allem einen Plan, guten Ton, einen passenden Kanal und den Fokus auf den Nutzen für die Kunden. Externe Unterstützung, ob Training, Freelancer oder Produktionsfirma, ist dann sinnvoll, wenn sie gezielt eine Lücke schließt.

Quellen

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