Tag24 ist ein Online-Nachrichtenportal mit Sitz in Dresden, das regionale Nachrichten aus zahlreichen deutschen Städten mit bundesweiten Themen verbindet. Viele kennen die Seite über Suchmaschinen oder soziale Netzwerke, ohne genau zu wissen, wer dahintersteht und wie das Angebot aufgebaut ist.
Für Gründer, Selbstständige und lokale Unternehmen ist die Frage nicht nur, was hinter dem Portal steckt, sondern auch, welche Rolle regionale Onlinemedien für die eigene Sichtbarkeit spielen können. In diesem Beitrag bekommst du einen sachlichen Überblick zu Geschichte, Eigentümern und Konzept des Portals sowie praktische Hinweise, wie du regionale Medien für Pressearbeit, Werbung und Marktbeobachtung nutzt.
Was ist Tag24?
Betrieben wird das Angebot von der TAG24 NEWS Deutschland GmbH, inhaltlich ist es dem Boulevardjournalismus zuzuordnen. Das Portal setzt auf schnelle, zugespitzte Meldungen aus den Bereichen Lokales, Blaulicht, Sport, Prominente und Unterhaltung. Die Inhalte werden über die Website www.tag24.de, Apps und soziale Netzwerke verbreitet.
Charakteristisch ist die regionale Gliederung: Neben einer Deutschland-Redaktion gibt es Lokalausgaben für einzelne Städte. Nutzer wählen ihre Region und erhalten dort lokale Meldungen kombiniert mit überregionalen Themen.
Schwerpunkt Dresden, Leipzig und Chemnitz
Die größte Bekanntheit hat das Portal in Sachsen, wo das Angebot seinen Ursprung hat. Die Lokalausgaben für Dresden, Leipzig und Chemnitz gehören zu den meistgesuchten Bereichen des Angebots. Laut Wikipedia gab es Stand 2022 neben der Deutschland-Redaktion elf Standorte, darunter Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt am Main und Stuttgart.
Geschichte: von Mopo24 zu Tag24
Das Portal startete am 3. Oktober 2014 unter dem Namen Mopo24 als Onlineauftritt der sächsischen Morgenpost. Weil der Name leicht mit der Hamburger Morgenpost verwechselt werden konnte, die bereits unter MOPO.de präsent war, folgte am 3. Oktober 2016 die Umbenennung.
Mit dem neuen Namen begann die Expansion über Sachsen hinaus. Schrittweise entstanden Redaktionen in weiteren Großstädten. Damit wurde aus einem regionalen Angebot ein bundesweit wahrgenommenes Nachrichtenportal, das seinen Schwerpunkt aber weiterhin in Ostdeutschland hat.
Eigentümer: DDV Mediengruppe und Madsack
Das Angebot gehört zur Dresdner DDV Mediengruppe, die unter anderem die Sächsische Zeitung und die Morgenpost Sachsen herausgibt und laut Bertelsmann deutlich mehr als 1.000 Beschäftigte hat. Bis Ende April 2024 hielt Bertelsmann 60 Prozent der Anteile, die übrigen 40 Prozent lagen bei der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, der Medienbeteiligung der SPD.
Anfang 2024 vereinbarte die Madsack Mediengruppe aus Hannover die Übernahme aller Anteile. Das Bundeskartellamt gab den Zusammenschluss unter der Auflage frei, dass Madsack unter anderem die Dresdner Neuesten Nachrichten an einen unabhängigen Dritten verkauft. Seit dem 1. Mai 2024 ist Madsack Eigentümer, damit gehört auch das Portal zum Portfolio der Mediengruppe, zu der unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland zählt.
Konzept und Zielgruppe
Das Portal richtet sich an eine junge, mobile Leserschaft, die Nachrichten vor allem auf dem Smartphone und über soziale Netzwerke konsumiert. Kurze Texte, hohe Taktung und starke Überschriften prägen den Stil. Das unterscheidet das Angebot von klassischen Regionalzeitungen, die stärker auf Einordnung und Hintergrund setzen.
Für dich als Leser heißt das: Das Portal eignet sich gut, um schnell zu erfahren, was in einer Stadt passiert. Für tiefergehende Wirtschaftsthemen lohnt sich zusätzlich der Blick in Fachmedien, Lokalzeitungen und offizielle Quellen wie Stadtverwaltung oder IHK.
Warum regionale Nachrichtenportale für Gründer relevant sind
Gerade für lokal tätige Unternehmen wie Gastronomie, Handwerk, Einzelhandel oder Dienstleister sind regionale Medien ein wichtiger Teil des Umfelds. Sie beeinflussen, worüber in einer Stadt gesprochen wird, und erreichen Menschen, die für dich potenzielle Kunden oder Bewerber sind.
- Sichtbarkeit: Ein Bericht über eine Neueröffnung oder ein ungewöhnliches Geschäftsmodell kann viele Menschen in deiner Region erreichen.
- Marktbeobachtung: Lokale Meldungen zeigen, welche Baustellen, Events, Schließungen oder Ansiedlungen deinen Standort betreffen.
- Reputation: Wer in der Presse auftaucht, sollte vorbereitet sein. Positive wie kritische Berichte prägen das Bild deiner Firma.
Wie du deine Sichtbarkeit vor Ort systematisch aufbaust, liest du im Leitfaden zu lokalem Marketing.
Praxis: Pressearbeit mit regionalen Medien
Lokalredaktionen suchen Geschichten mit Nachrichtenwert. Ein neues Geschäft allein ist selten eine Meldung, ein besonderer Anlass dagegen schon. Diese Schritte helfen dir:
- Anlass finden: Eröffnung mit regionalem Bezug, ungewöhnliche Gründerstory, Arbeitsplätze vor Ort, soziales Engagement oder ein Produkt, das ein lokales Problem löst.
- Richtige Redaktion wählen: Schreib an die Lokalredaktion deiner Stadt, nicht an eine allgemeine Sammeladresse. Kontaktdaten findest du in der Regel im Impressum.
- Kurz und konkret schreiben: Was ist passiert, wer steckt dahinter, warum ist es für Menschen in der Region interessant? Liefere honorarfreie Fotos und eine erreichbare Ansprechperson mit.
- Realistisch bleiben: Redaktionen entscheiden unabhängig. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht, und Nachhaken sollte freundlich und sparsam erfolgen.
Praxisbeispiel: Café-Eröffnung in Leipzig
Angenommen, du eröffnest in Leipzig ein Café, das ausschließlich Backwaren vom Vortag aus Partnerbäckereien verkauft. Statt einer allgemeinen Werbemitteilung schickst du der Lokalredaktion eine kurze Meldung zum Thema Lebensmittelverschwendung, nennst Zahlen zu den geretteten Mengen aus dem Probebetrieb und lädst zu einem Termin vor Ort ein. Damit lieferst du einen Anlass, der über reine Eigenwerbung hinausgeht.
Werbung und Reichweite: was du wissen solltest
Neben redaktioneller Berichterstattung bieten Nachrichtenportale Werbeflächen an, etwa Display-Anzeigen oder gekennzeichnete Werbeformate. Ob sich das für ein junges Unternehmen lohnt, hängt von Budget, Zielgruppe und Region ab.
| Kanal | Vorteil | Zu beachten |
|---|---|---|
| Redaktioneller Bericht | hohe Glaubwürdigkeit, kostenlos | nicht planbar, Redaktion entscheidet |
| Anzeige auf einem Newsportal | planbar, regional aussteuerbar | Kosten, Kennzeichnung als Werbung |
| Social-Media-Anzeigen | präzises Targeting, kleine Budgets möglich | eigene Kampagnenpflege nötig |
Werbung in redaktionellen Medien muss nach den Regeln des Medienrechts und des Wettbewerbsrechts als solche erkennbar sein. Vergleiche Angebote immer mit Alternativen wie Paid Social für Startups und miss den Erfolg anhand konkreter Kennzahlen.
Regionale Medien für die Marktbeobachtung nutzen
Lokalnachrichten sind eine kostenlose Informationsquelle für deine Standortplanung. Wer ein Ladengeschäft, eine Praxis oder ein Restaurant eröffnen will, erfährt dort früh von geplanten Bauprojekten, Verkehrsänderungen, neuen Wettbewerbern oder Geschäftsaufgaben in der Nachbarschaft. Auch Veranstaltungen, Stadtfeste und Messen tauchen dort oft früh auf und können Anlässe für Aktionen sein.
Praktisch ist eine einfache Routine: Lege dir einmal pro Woche eine feste Zeit fest, in der du die Lokalnachrichten deiner Stadt, die Pressemitteilungen der Stadtverwaltung und die Meldungen deiner IHK durchsiehst. Notiere Themen, die dein Geschäft betreffen, und prüfe, ob sich daraus ein Anlass für eigene Kommunikation ergibt. Ergänzend helfen Benachrichtigungen bei Suchmaschinen für deinen Firmennamen und deine Branche in Verbindung mit deinem Ort.
Mit Berichterstattung umgehen
Boulevardmedien berichten schnell und manchmal zugespitzt. Wenn dein Unternehmen in einem Artikel vorkommt, reagiere sachlich. Bei falschen Tatsachenbehauptungen kannst du eine Richtigstellung verlangen, bei Meinungsäußerungen ist der Spielraum geringer. Kläre im Zweifel mit einer Anwaltskanzlei, ob ein Gegendarstellungsanspruch nach dem jeweiligen Landespresse- oder Mediengesetz besteht.
Hilfreich ist es, vorab festzulegen, wer im Unternehmen mit Journalisten spricht, und Kernaussagen vorzubereiten. Mehr dazu findest du im Beitrag zum Reputationsmanagement.
Häufige Fragen
Was ist Tag24 für eine Zeitung?
In erster Linie handelt es sich um ein digitales Nachrichtenportal mit Boulevardausrichtung. Es ist aus dem Onlineangebot der sächsischen Morgenpost hervorgegangen und erscheint vor allem online, über Apps und soziale Netzwerke.
Wem gehört Tag24?
Das Portal gehört zur DDV Mediengruppe in Dresden, die seit dem 1. Mai 2024 vollständig im Besitz der Madsack Mediengruppe aus Hannover ist.
Wie bekomme ich als Startup einen Bericht bei Tag24?
Eine Garantie gibt es nicht. Die besten Chancen hast du mit einem echten Anlass mit regionalem Bezug, einer kurzen, klaren Meldung an die zuständige Lokalredaktion und guten Fotos.
Ist Tag24 seriös?
Das Portal ist ein etabliertes Medium eines großen Verlagshauses, arbeitet aber im Boulevardstil. Für Geschäftsentscheidungen solltest du Informationen zusätzlich mit weiteren Quellen abgleichen.
Fazit
Tag24 hat sich seit 2014 vom sächsischen Onlineangebot zu einem bundesweiten Nachrichtenportal mit starkem regionalem Profil entwickelt und gehört heute zur Madsack Mediengruppe. Für Gründer ist das Portal vor allem als Beispiel dafür interessant, wie regionale Medien Aufmerksamkeit erzeugen. Wer lokale Pressearbeit mit echten Anlässen betreibt, Werbekanäle nüchtern vergleicht und auf Berichterstattung vorbereitet ist, kann regionale Medien gezielt für die eigene Online-Sichtbarkeit nutzen.
