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Brandschutz im Büro: Pflichten für Startups und kleine Firmen

Brandschutz im Büro: Feuerlöscher nach ASR A2.2, Brandschutzhelfer, Unterweisung, Fluchtwege, typische Risiken und wann eine Brandwache nötig wird.

LH

Aktualisiert am 17.10.2026

Brandschutz in Startups und kleinen Unternehmen: Eine unerlässliche Investition in die Sicherheit

Brandschutz im Büro wirkt für viele Gründer zunächst wie ein Thema für Fabriken und Lagerhallen. Tatsächlich gelten auch für ein kleines Startup-Büro klare Pflichten, sobald du Mitarbeiter beschäftigst: Feuerlöscher in ausreichender Zahl, ausgebildete Brandschutzhelfer, freie Fluchtwege und regelmäßige Unterweisungen. Dazu kommen Risiken, die im modernen Büro alltäglich sind, etwa Mehrfachsteckdosen unter dem Schreibtisch, Ladegeräte für E-Bikes oder ein kleiner Serverraum.

Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Regeln gelten, wie du die Pflichten mit kleinem Aufwand umsetzt, was das ungefähr kostet und wann externe Dienstleister wie eine Brandwache nötig werden. Grundlage sind vor allem die Arbeitsstättenverordnung und die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2. Stand der Angaben ist Oktober 2026.

Rechtlicher Rahmen für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber musst du Gefährdungen für deine Beschäftigten beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen treffen. Beim Brandschutz konkretisiert die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“, was das in der Praxis heißt. Wer die Regel einhält, kann davon ausgehen, die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung zu erfüllen. Ergänzend gelten baurechtliche Vorgaben der Bundesländer, Auflagen aus der Baugenehmigung und Bedingungen deines Gebäudeversicherers.

Mietest du Fläche in einem Coworking-Space oder Bürogebäude, ist der Vermieter für viele bauliche Punkte zuständig, zum Beispiel für Brandmeldeanlage und Rettungswege. Für deine Mitarbeiter, deine Geräte und die Organisation in deinen Räumen bleibst du aber selbst verantwortlich. Kläre die Aufteilung schriftlich im Mietvertrag.

Brandschutz im Büro: Die Grundausstattung

Feuerlöscher nach Fläche

Die ASR A2.2 rechnet mit sogenannten Löschmitteleinheiten (LE). Sie machen die Löschleistung unterschiedlicher Feuerlöscher vergleichbar. Für Büros mit normaler Brandgefährdung gelten diese Basiswerte:

Grundfläche bis Löschmitteleinheiten
50 m² 6 LE
100 m² 9 LE
500 m² 21 LE
1.000 m² 36 LE
je weitere 250 m² plus 6 LE

In Gebäuden mit mehreren Geschossen müssen auf jeder Etage mindestens 6 LE vorhanden sein. Welche Löscher konkret passen, hängt von den brennbaren Materialien ab. In Büros mit viel Elektronik werden häufig Schaum- oder Kohlendioxidlöscher eingesetzt, in Teeküchen mit Fritteuse oder größeren Fettmengen sind Fettbrandlöscher der Klasse F sinnvoll.

Wartung der Feuerlöscher

Feuerlöscher müssen nach ASR A2.2 in der Regel alle zwei Jahre von einer sachkundigen Person instand gehalten werden. Hersteller können unter bestimmten Bedingungen längere Intervalle zulassen, kürzere Fristen sind einzuhalten. Viele Wartungsfirmen bieten Verträge an, die dich automatisch an die nächste Prüfung erinnern. Die Prüfplakette am Gerät zeigt den nächsten Termin.

Rauchmelder und Brandmeldetechnik

Rauchwarnmelder sind in Wohnungen nach den Landesbauordnungen Pflicht. Für Büros ergibt sich der Bedarf aus Baurecht, Baugenehmigung und Gefährdungsbeurteilung. Auch ohne Pflicht sind Melder in Teeküche, Serverraum und abgelegenen Lagerräumen eine günstige Vorsorge. Moderne vernetzte Systeme stellt unser Beitrag zu Technologien im Brandschutz vor.

Brandschutzhelfer und Unterweisung

Neben der Technik zählt die Organisation. Die ASR A2.2 sieht vor, dass in der Regel fünf Prozent der Beschäftigten als Brandschutzhelfer ausgebildet sind. Bei erhöhter Brandgefährdung, vielen Besuchern, Personen mit eingeschränkter Mobilität oder großen Flächen können es mehr sein. Plane Schichtarbeit, Urlaub, Krankheit und Homeoffice ein, damit während der Arbeitszeit tatsächlich jemand vor Ort ist.

  • Alle Beschäftigten: Unterweisung zu Brandverhütung und Verhalten im Brandfall vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich.
  • Brandschutzhelfer: Theorie plus praktische Löschübung, bei normaler Brandgefährdung empfohlen alle zwei bis fünf Jahre.
  • Bei Änderungen: Neue Unterweisung, wenn sich Abläufe, Räume oder Geräte wesentlich ändern.

Gerade in schnell wachsenden Startups wird die Einweisung neuer Mitarbeiter leicht vergessen. Nimm den Brandschutz deshalb fest in deine Onboarding-Checkliste auf.

Fluchtwege und Alarmierung

Zum Brandschutz im Büro gehören auch sichere Wege nach draußen. Flucht- und Rettungswege müssen frei, gekennzeichnet und bei Bedarf beleuchtet sein. Typische Fehler im Büro sind abgestellte Kartons im Flur, verschlossene Notausgänge oder Fahrräder im Treppenhaus. Je nach Lage und Größe brauchst du einen Flucht- und Rettungsplan sowie einen festgelegten Sammelplatz. Lege außerdem fest, wie im Ernstfall alarmiert wird und wer prüft, ob alle das Gebäude verlassen haben. Eine Räumungsübung zeigt schnell, ob die Abläufe funktionieren.

Typische Brandrisiken im modernen Büro

  • Elektrische Geräte: Hintereinander gesteckte Mehrfachsteckdosen, beschädigte Kabel und billige Netzteile. Ortsveränderliche Geräte müssen nach DGUV Vorschrift 3 regelmäßig geprüft werden, für Büros gilt ein Höchstwert von zwei Jahren. Mehr zu Prüffristen findest du in unserem Beitrag zur CEE-Steckdose im Betrieb.
  • Akkus: E-Bikes, E-Scooter und Powerbanks nicht unbeaufsichtigt in Fluren oder Rettungswegen laden.
  • Teeküche: Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Mikrowellen nach Feierabend ausschalten.
  • Serverraum: Wärmeentwicklung und dichte Verkabelung erfordern eigene Lösungen. Details beschreibt unser Artikel zum Serverraum-Brandschutz.
  • Papierlager: Große Mengen Verpackung oder Akten erhöhen die Brandlast.

Brandwache bei Veranstaltungen und Umbauten

Für den normalen Bürobetrieb brauchst du keine Brandwache. Sie kann aber nötig werden, wenn du größere Veranstaltungen in deinen Räumen ausrichtest, eine Behörde sie als Auflage anordnet oder bei Umbauten Heißarbeiten wie Schweißen und Trennschleifen anfallen. Auch wenn eine Brandmeldeanlage während Bauarbeiten vorübergehend abgeschaltet ist, verlangen Versicherer oder Betreiber oft eine Brandwache.

Solche Leistungen bieten die Werkfeuerwehr des Gebäudebetreibers, örtliche Feuerwehren im Rahmen ihrer Möglichkeiten oder private Sicherheitsdienste an. Ein Beispiel für einen privaten Anbieter ist die Brandwache für Städte wie Frankfurt eines Sicherheitsdienstes. Prüfe bei jedem Anbieter Qualifikation des Personals, Versicherungsschutz und Verfügbarkeit, und stimme die Anforderungen mit Behörde oder Veranstaltungsort ab.

Kosten und Umsetzung in fünf Schritten

Die Kosten für Brandschutz im Büro hängen von Fläche, Mitarbeiterzahl und Gebäude ab. Typische Posten sind Anschaffung und Wartung der Feuerlöscher, Schulungen für Brandschutzhelfer, Beschilderung, gegebenenfalls Rauchmelder sowie die Prüfung elektrischer Geräte. Hole Angebote von mehreren Dienstleistern ein, denn viele bieten Pakete aus Wartung, Schulung und Prüfung an.

  1. Gefährdungsbeurteilung: Flächen, Brandlasten, Mitarbeiterzahl und besondere Risiken erfassen.
  2. Ausstattung: Löschmitteleinheiten berechnen, Feuerlöscher beschaffen und sichtbar anbringen.
  3. Personal: Brandschutzhelfer benennen und ausbilden lassen.
  4. Organisation: Fluchtwege prüfen, Alarmierung und Sammelplatz festlegen, Unterweisung durchführen.
  5. Dokumentation: Prüfungen, Schulungen und Unterweisungen schriftlich festhalten.

Kurz-Check für den Brandschutz im Büro

Einmal im Quartal reicht ein Rundgang von zehn Minuten, um die wichtigsten Punkte zu kontrollieren:

  • Sind alle Feuerlöscher an ihrem Platz, sichtbar und mit gültiger Prüfplakette versehen?
  • Sind Flure, Treppen und Notausgänge frei und die Schilder gut erkennbar?
  • Liegen Mehrfachsteckdosen frei, und sind Kabel unbeschädigt?
  • Wissen neue Teammitglieder, wo Sammelplatz und Löscher sind?

Halte das Ergebnis kurz schriftlich fest. So wird Brandschutz im Büro zur Routine, und du kannst gegenüber Versicherung oder Aufsichtsbehörde belegen, dass du deine Pflichten ernst nimmst.

Praxisbeispiel: Startup mit zwölf Mitarbeitern auf 180 m²

Ein Software-Startup bezieht eine Büroetage mit 180 Quadratmetern. Nach der Tabelle braucht es mindestens 21 Löschmitteleinheiten und verteilt sie auf mehrere Schaum- und CO₂-Löscher. Bei zwölf Beschäftigten rechnerisch ein Brandschutzhelfer, wegen Homeoffice-Tagen bildet das Team zwei aus. Die Office-Managerin nimmt Unterweisung und Geräteprüfung in den Jahresplan auf, und E-Bike-Akkus werden nur noch im Fahrradraum geladen.

Häufige Fragen

Wie viele Feuerlöscher braucht ein Büro?

Das hängt von der Grundfläche und der Brandgefährdung ab. Für bis zu 50 Quadratmeter sind bei normaler Gefährdung 6 Löschmitteleinheiten vorgesehen, bis 100 Quadratmeter 9. Wie viele Geräte das sind, hängt von den LE pro Löscher ab.

Wie viele Brandschutzhelfer sind Pflicht?

In der Regel fünf Prozent der Beschäftigten. Die genaue Zahl ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, Abwesenheiten sind einzuplanen.

Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?

Grundsätzlich alle zwei Jahre durch eine sachkundige Person, sofern nicht kürzere Fristen gelten.

Welche Vorschriften gelten für Brandschutz im Büro?

Vor allem die Arbeitsstättenverordnung mit den Technischen Regeln ASR A2.2 und ASR A2.3, die DGUV Vorschrift 3 für elektrische Geräte sowie das Baurecht der Bundesländer und Auflagen von Versicherern.

Fazit

Brandschutz im Büro ist für Startups kein großes Projekt, wenn du ihn früh und strukturiert angehst. Mit ausreichend Feuerlöschern, ausgebildeten Brandschutzhelfern, freien Fluchtwegen, jährlichen Unterweisungen und geprüften Geräten erfüllst du die wichtigsten Pflichten. Eine passende Gewerbeversicherung sichert dich zusätzlich ab, ersetzt aber keine Prävention.

Quellen

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