Wer viele Stunden am Bildschirm arbeitet, merkt schnell, wie sehr Licht die Konzentration beeinflusst. Wenn du deinen Schreibtisch beleuchten willst, geht es nicht um eine einzelne Lampe, sondern um ein Zusammenspiel aus Tageslicht, Grundbeleuchtung, Arbeitsplatzleuchte und richtig eingestelltem Bildschirm. Fehlt eines davon, sind müde Augen, Kopfschmerzen und Verspannungen häufige Folgen.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Helligkeit und Lichtfarbe für Bildschirmarbeit sinnvoll sind, wie du Schreibtisch und Leuchten positionierst und welche Regeln für Arbeitgeber gelten, wenn Mitarbeitende im Büro oder an einem Telearbeitsplatz arbeiten. Stand der Angaben ist Oktober 2026.
Warum gutes Licht am Arbeitsplatz zählt
Die Augen passen sich ständig an ihre Umgebung an. Wechseln helle und dunkle Bereiche im Blickfeld ständig, etwa ein heller Bildschirm in einem dämmrigen Raum, müssen sie dauernd nachregeln. Das strengt an und kann zu Kopf- und Nackenbeschwerden beitragen. Auch Blendung durch Fenster oder Lampen und Spiegelungen auf dem Bildschirm stören.
Nicht ohne Grund schreibt die Arbeitsstättenverordnung für Bildschirmarbeitsplätze eine Beleuchtung vor, die zur Sehaufgabe passt, ausreichend Kontrast bietet und störende Blendung und Reflexionen vermeidet. Für dich als Gründerin oder Gründer ist das doppelt relevant: für deinen eigenen Arbeitsplatz und für den deines Teams.
Die Bausteine: So kannst du deinen Schreibtisch beleuchten
Ein gutes Lichtkonzept besteht aus mehreren Ebenen. Der häufigste Fehler ist, sich auf eine einzige Lichtquelle zu verlassen. Diese Elemente gehören dazu:
- Tageslicht als wichtigste Lichtquelle
- Grundbeleuchtung über Decken- oder Stehleuchten für den ganzen Raum
- Arbeitsplatzleuchte für gezieltes Licht auf Papier und Tastatur
- Ergänzendes indirektes Licht, etwa LED-Leisten an Regalen, um harte Kontraste zu vermeiden
Mit welchen Leuchten du deinen Schreibtisch beleuchten möchtest, kann sich nach deinem Geschmack richten. Entscheidend sind Position, Blendfreiheit und eine gleichmäßige Verteilung. Weitere Ideen für eine durchdachte Beleuchtung am Arbeitsplatz und in Innenräumen findest du auch bei Einrichtungsblogs.
Tageslicht richtig nutzen
Wähle für dein Arbeitszimmer möglichst einen Raum mit Fenster. Stelle den Schreibtisch seitlich zum Fenster, sodass das Licht von der Seite einfällt. Mit dem Gesicht zum Fenster wirst du geblendet, mit dem Rücken zum Fenster spiegelt sich das Licht im Bildschirm. Rechtshänder haben das Fenster idealerweise links, Linkshänder rechts, damit die schreibende Hand keinen Schatten wirft. Gegen direkte Sonne helfen Jalousien, Plissees oder außenliegender Sonnenschutz.
Grundbeleuchtung im Raum
Die Grundbeleuchtung sorgt dafür, dass der Raum nicht zu dunkel ist, wenn das Tageslicht nachlässt. Geeignet sind flächige Deckenleuchten, LED-Panels oder Stehleuchten mit hohem Indirektanteil, die gegen die Decke strahlen. Wer statt einer klassischen Lampe eine Tageslicht Deckenlampe erwägt, sollte auf Blendfreiheit, Farbwiedergabe und Dimmbarkeit achten. Kronleuchter oder Leuchten mit starkem Schattenwurf sind am Arbeitsplatz weniger geeignet.
Bürostehleuchten mit direktem und indirektem Anteil sind eine praktische Lösung für kleinere Räume, weil sie keinen Elektriker brauchen. Sie werden neben den Schreibtisch gestellt und beleuchten Arbeitsfläche und Raum zugleich. Allein reichen sie je nach Raum aber nicht immer aus.
Die passende Schreibtischlampe
Für Lesen, Schreiben auf Papier oder feine Arbeiten brauchst du gezieltes Licht. Achte bei der Schreibtischlampe auf diese Punkte:
- Leuchtenkopf und Arm lassen sich frei verstellen, damit du nicht geblendet wirst.
- Das Leuchtmittel ist abgeschirmt, du siehst nicht direkt in die LED.
- Helligkeit und idealerweise Lichtfarbe sind dimmbar.
- Die Leuchte flimmert nicht, auch nicht bei niedriger Helligkeit.
- Sie steht auf der Seite gegenüber deiner Schreibhand.
Breite LED-Leuchten, die direkt am Monitor befestigt werden, sind eine platzsparende Variante. Sie beleuchten den Tisch vor dem Bildschirm, ohne sich darin zu spiegeln.
Typische Fehler beim Licht am Arbeitsplatz
Viele, die zum ersten Mal ihren Schreibtisch beleuchten, greifen zur hellsten Lampe und stellen sie direkt vor sich. Das führt eher zu Blendung als zu besserer Sicht. Diese Fehler solltest du vermeiden:
- Nur eine einzige Lichtquelle im Raum, der Rest bleibt dunkel
- Leuchten, deren LEDs direkt ins Auge strahlen
- Schreibtisch frontal vor dem Fenster oder mit dem Rücken dazu
- Stark unterschiedliche Lichtfarben im selben Raum
Wer den Schreibtisch beleuchten und dabei Geld sparen will, setzt auf dimmbare LED-Leuchten. Sie verbrauchen wenig Strom und lassen sich an Tageszeit und Aufgabe anpassen.
Wie hell sollte der Arbeitsplatz sein?
Einen guten Maßstab liefern die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Die ASR A3.4 „Beleuchtung“ nennt in ihrem Anhang Mindestwerte für Büros. Für Datenverarbeitung, Schreiben und Lesen im Büro sind 500 Lux vorgesehen.
| Tätigkeit | Mindestbeleuchtungsstärke nach ASR A3.4 |
|---|---|
| Archiv | 200 Lux |
| Büroarbeit, Datenverarbeitung, Schreiben, Lesen | 500 Lux |
| Technisches Zeichnen von Hand | 750 Lux |
Das sind Mindestwerte. Ältere Menschen brauchen für dieselbe Sehaufgabe häufig mehr Licht. Messen kannst du die Beleuchtungsstärke näherungsweise mit einem einfachen Luxmeter oder einer App, für eine Gefährdungsbeurteilung im Betrieb ist ein kalibriertes Messgerät sinnvoller.
Welche Lichtfarbe eignet sich zum Arbeiten?
Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Je höher der Wert, desto kühler und bläulicher wirkt das Licht. Kerzenlicht liegt bei etwa 1.500 Kelvin, Tageslicht je nach Wetter und Tageszeit deutlich höher.
- Warmweiß (unter 3.300 Kelvin): gemütlich, gut für Abendstunden
- Neutralweiß (3.300 bis 5.300 Kelvin): sachlich, für Büroarbeit weit verbreitet
- Tageslichtweiß (über 5.300 Kelvin): sehr kühl, wird von manchen als anregend, von anderen als unangenehm empfunden
Für Räume mit Bildschirmarbeitsplätzen nennt die DGUV-Information 215-442 warmweiße oder neutralweiße Beleuchtung als bevorzugt. Wichtig ist vor allem, dass die Lichtfarben im Raum zusammenpassen. Ein Mix aus sehr warmen und sehr kalten Leuchten wirkt unruhig. Leuchten mit einstellbarer Lichtfarbe erlauben es dir, tagsüber kühler und abends wärmer zu arbeiten.
Bildschirm und Raum aufeinander abstimmen
Selbst gutes Raumlicht hilft wenig, wenn der Monitor blendet. Passe die Bildschirmhelligkeit an die Umgebung an. Viele Geräte bieten eine automatische Anpassung. Als Faustregel gilt: Der Bildschirm sollte nicht deutlich heller oder dunkler wirken als ein weißes Blatt Papier daneben.
- Arbeite nicht im Dunkeln vor einem hellen Bildschirm.
- Matte Displays reduzieren Spiegelungen.
- Ein flackerndes Display solltest du prüfen oder reparieren lassen.
- Helle, matte Oberflächen von Tisch und Wänden reflektieren Licht gleichmäßiger als dunkle oder glänzende.
Regeln für Büro und Homeoffice
Für Arbeitsplätze im Betrieb gilt die Arbeitsstättenverordnung, konkretisiert durch die ASR. Sobald du Beschäftigte hast, musst du im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung auch die Beleuchtung prüfen.
Schreibtisch beleuchten im Homeoffice: Was Arbeitgeber wissen sollten
Die Arbeitsstättenverordnung unterscheidet Telearbeitsplätze und mobiles Arbeiten. Ein Telearbeitsplatz liegt vor, wenn der Arbeitgeber einen Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich fest eingerichtet, Arbeitszeit und Dauer vereinbart und die Ausstattung bereitgestellt und installiert hat. Dann ist er auch für eine angemessene Beleuchtung dort verantwortlich. Bei gelegentlicher mobiler Arbeit ohne solche Vereinbarung gilt das nicht in gleicher Weise, eine Unterweisung zu ergonomischem Arbeiten ist trotzdem sinnvoll.
Kosten und Steuern für Selbstständige
Leuchten für deinen beruflich genutzten Arbeitsplatz sind in der Regel Betriebsausgaben. Einzelne Wirtschaftsgüter bis 800 Euro netto kannst du sofort abschreiben. Arbeitest du von zu Hause, kommt alternativ zum häuslichen Arbeitszimmer die Tagespauschale von 6 Euro pro Tag in Betracht, höchstens 1.260 Euro im Jahr. Lass die Details von deiner Steuerberatung prüfen.
Häufige Fragen
Wie viel Lux brauche ich am Schreibtisch?
Für Büroarbeit nennt die ASR A3.4 mindestens 500 Lux. Bei feinen Sehaufgaben oder mit zunehmendem Alter kann mehr Licht nötig sein.
Wo sollte die Schreibtischlampe stehen?
Auf der Seite gegenüber der Schreibhand, also bei Rechtshändern links. So vermeidest du Schatten auf dem Papier.
Ist warmes oder kaltes Licht besser zum Arbeiten?
Für Bildschirmarbeit werden warmweißes und neutralweißes Licht bevorzugt. Viele empfinden neutralweißes Licht um 4.000 Kelvin als guten Kompromiss.
Reicht eine Deckenlampe allein?
Meist nicht, wenn du den Schreibtisch beleuchten willst. Eine Grundbeleuchtung sollte durch eine verstellbare Arbeitsplatzleuchte und möglichst durch Tageslicht ergänzt werden.
Fazit
Wenn du deinen Schreibtisch beleuchten willst, kombiniere Tageslicht von der Seite, eine blendfreie Grundbeleuchtung und eine gut verstellbare Arbeitsplatzleuchte. Orientiere dich an 500 Lux, wähle warm- oder neutralweißes Licht und stimme den Bildschirm auf den Raum ab. Für dein Team gehört die Beleuchtung außerdem in die Gefährdungsbeurteilung. Mehr zur Einrichtung findest du in unseren Beiträgen zu moderner Beleuchtung im Büro, zum kostengünstigen Beleuchten mit LEDs, zum ersten Startup-Büro und zum gesunden Sitzen.
